2023 Uni Bern: Achtung 80er Jahre!
Universität Bern • HS 2023
Achtung 80er Jahre! Die schweizerische Aussenpolitik in der letzten Dekade des Kalten Kriegs
Übung (2-stündig)
Nachdem sich die Schweiz nach dem Zweiten Weltkrieg in eine weitgehende politische Isolation manövriert hatte, erfuhr ihre Aussenpolitik ab Mitte der 1960er Jahre eine behutsame Öffnung und schrittweise Normalisierung. In den 1980er Jahren dominierten, nebst den gesellschaftlichen Umwälzungen im Innern, aussenpolitisch weiterhin die ungelösten Probleme, die sich der Schweiz bereits im vorangehenden Jahrzehnt gestellt hatten. Die Frage der Ausgestaltung der Beziehungen zu Europa, die hängige Problematik eines UNO-Beitritts oder die Fortführung des KSZE-Prozesses beschäftigten die Schweizer Diplomatie.
Gegen Ende der 1980er Jahre geriet auch das schweizerische Landesverteidigungskonzept zunehmend unter Druck (Volksinitiative «Schweiz ohne Armee») und mehrere Skandale (Kopp-Affäre, Fichen) führten schliesslich gemeinsam mit dem Ende des Kalten Kriegs und dem Wegfall des Ost-West-Antagonismus dazu, dass sich die schweizerische Aussenpolitik in den 1990er Jahren – herausgefordert von Fragen nach ihrer Neutralität, ihrer Rolle in der internationalen Gemeinschaft und ihrem Standpunkt bezüglich der europäischen Integration – schlagartig dynamisieren sollte. Historiographisch ist die Geschichte der internationalen Beziehungen der Schweiz in der letzten Dekade des Kalten Krieges noch weitgehend unerforscht.


