Focus

2016-02-12 Tages-Anzeiger

12. Februar 2016, Tages-Anzeiger
«These eines Alleingangs ist wenig plausibel»
Ein Interview mit dem Historiker Sacha Zala über die Rolle von Bundesrat Graber während der Öl- und Terrorkrise.
Sacha Zala
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2016-01-20 RSI

20. Januar 2016
RSI, Telegiornale
Das Geheimabkommen mit der PLO

Die Schweiz hätte auf Initiative des damaligen Bundesrates Pierre Gräber im September 1970 ein Abkommen mit der PLO, Palästinensische Befreiungsorganisation, abgeschlossen, um die rund 400 in einem Flugzeug der Swissair sowie zwei weiteren Maschinen in der Wüste Jordaniens festgehaltenen Geiseln zu befreien. So lautet die These eines Artikels der Neuen Zürcher Zeitung. Sacha Zala stellt die Ereignisse auf Basis der Analyse der in Dodis veröffentlichten zeitgenössischen Dokumente in einen breiteren internationalen Kontext.

 

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News

2017-06-20 Berner Zeitung

20. Juni 2017, Berner Zeitung, S. 11

Ersatzschauplatz für nationale Empörung

Es sei wie ein Ritual, dass die Schweizer Flüchtlingspolitik von 1939 bis 1945 immer wieder Aufregung auslöse, sagt Historiker Sacha Zala. Jüngster Anlass: Eine Dissertation korrigiert die Zahl abgewiesener jüdischer Flüchtlinge nach unten.

Von Stefan von Bergen
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Die Weissagungen des Herrn Stopper

Angelus Novus, Paul Klee

Angelus Novus, Paul Klee

Heute ist der 18. Juni und genau vor 54 Jahren, am 18. Juni 1963, verfasste Edwin Stopper, der Direktor der Handelsabteilung des Volkswirtschaftsdepartements, in einem vertraulichen Papier die Richtlinien der schweizerischen Handelspolitik für die kommenden Jahre. Das Dokument kann auf der Online-Datenbank Dodis der Diplomatischen Dokumente der Schweiz eingesehen werden (dodis.ch/30719). Stoppers Analyse ging von der Annahme aus, dass die damalige europäische Wirtschaftsgemeinschaft (EWG) – so hiess diese erste Säule der Europäischen Union (EU) von ihrer Gründung im Jahr 1958 bis zum Vertrag von Maastricht von 1992 – im Wesentlichen auf die sechs Gründerstaaten sowie die bis zu diesem Zeitpunkt beigetretenen Länder und die Türkei beschränkt blieb. Gemäss der Untersuchung des Chefbeamten sollte die EWG im industriellen Sektor protektionistisch bleiben, im Agrarsektor sich immer mehr in Richtung Autarkie bewegen und der Schweiz sollte es nicht gelingen, mit der Gemeinschaft ein Zollpräferenzabkommen abzuschliessen. Weiterlesen →

Der Rechner von «Oggi la storia»

Calcolatrice HP-65«Oggi la storia» ist, wie man auf der Website der Radiotelevisione Svizzera lesen kann, «eine Radiosendung, welche die Idee verfolgt, im Kurzformat verschiedene mit Aktualitäten oder Jahrestagen in Zusammenhang stehende Themen unter einem historisch-philosophischen Gesichtspunkt zu vertiefen.» Schon alleine der Titel ist nicht frei von philosophischen Implikationen: Der Begriff «Oggi» befördert uns unweigerlich in die Gegenwart und stellt sich der Vergangenheit von «la storia» entgegen. Auf den ersten Blick könnten wir es bei «Oggi la storia» also mit einer Aporie zu tun haben, einem unlösbaren Problem, da der Ausdruck einen unüberwindbaren Widerspruch zwischen der Gegenwart und der Vergangenheit zu beinhalten scheint. Weiterlesen →

2017-06-08 Swissinfo.ch

8. Juni 2017, Swissinfo.ch

Un “inno di lode” svizzero per Israele che adirò degli stati arabi

Nella guerra dei sei giorni, che ebbe luogo 50 anni fa, la Svizzera espresse solidarietà ad Israele. Ciò irritò profondamente gli stati arabi e condusse poi ad una crisi diplomatica.
Di Lukas Mäder, SRF
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2017-06-08 Swissinfo.ch

8. Juni 2017, Swissinfo.ch

Un «éloge» présumé d’Israël qui avait fortement fâché le monde arabe

Il y a cinquante ans éclatait la guerre des Six Jours. La population suisse était alors solidaire d’Israël. Les pays arabes ont exprimé leur mécontentement. Un incident diplomatique provoqué par un communiqué équivoque du Conseil fédéral.
Par Lukas Mäder, SRF
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2017-06-08 Swissinfo.ch

8. Juni 2017, Swissinfo.ch

Als ein Schweizer “Lobeslied” auf Israel arabische Staaten erzürnte

Die Schweiz hat sich im Sechstagekrieg, der vor 50 Jahren stattfand, mit Israel solidarisiert. Dies führte bei den arabischen Staaten zu grosser Verstimmung und schliesslich zu einer diplomatischen Krise.
Von Lukas Mäder, srf4 news
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«Oggi la storia» war eine Radiosendung der Radiotelevisione svizzera RSI, welche die Idee verfolgte, im Kurzformat verschiedene mit Aktualitäten oder Jahrestagen in Zusammenhang stehende Themen unter einem historisch-philosophischen Gesichtspunkt zu vertiefen. Die Sendung präsentierte Gedanken, Aufzeichnungen und Betrachtungen von Akademikern, die, angeregt von Alltagsereignissen, Gedenktagen und anderen besonderen Anlässen, einen Blick auf die Gegenwart ermöglichten und gleichzeitig die manchmal unsichtbaren, aber realen und wichtigen Verbindungen zur Vergangenheit ans Licht brachten. Zwei Jahre lang hat Sacha Zala zusammen mit anderen bekannten italienischen Historikern und Philosophen wie Emilio Gentile, Francesca Rigotti, Tommaso Detti oder Fabio Minazzi jede zweite Woche eine «carte blanche» erhalten. Später wurden seine Beiträge in einem Buch auf Deutsch und Italienisch versammelt. Alle Beiträge können online gelesen und gehört werden. In dieser Kolumne werden in loser Folge die Beträge von Sacha Zala auf Italienisch und in deutscher Übersetzung von Anna Magdalena Roner zur Verfügung gestellt.

Von Drachen, Greifen und Luftspiegelungen

Die MirageHeute geht es um Drachen, Greife und Luftspiegelungen. Nein, wir unternehmen keine Exkursion in die Mythologie und wir sprechen weder von furchterregenden Monstern, die meistens in Gestalt von riesengrossen geflügelten Reptilien auftreten, die Feuer und Flammen spucken, noch von Fabeltieren mit Raubtierkopf und dem Körper eines Flügel tragenden Vierfüsslers. Auch nicht behandelt werden optischen Phänomene der Atmosphäre, die möglicherweise den phantastischen und aussergewöhnlichen Erscheinungen dieser mythologischen Wesen zugrunde liegen. Natürlich spielen wir hier auf die Namen von Kampfflugzeugen an, die in den letzten fünfzig Jahren über die politische Szene der Schweiz geschwirrt sind. Weiterlesen →

Hitlers letzte Bombe

Vor 34 Jahren, am 25. April 1983, explodierte Hitlers letzte grosse Bombe. Die verantwortlichen Mitarbeiter der deutschen Wochenzeitschrift «Stern» präsentierten in Hamburg vor 250 Journalisten der internationalen Presse die Sensation des Jahrzehnts: Hitlers geheime Tagebücher, die der Reporter Gerd Heidemann nach abenteuerlichen Recherchen aufgespürt und für die astronomische Ziffer von fast zehn Millionen Deutsche Mark erstanden hatte. Drei Tage später begann der «Stern» mit der Publikation von ersten Auszügen aus den 62 Tagebuchbänden, die Hitler angeblich zwischen 1932 und 1945 verfasst hatte. Weiterlesen →

Die Schweiz, anderswo

Eine DC-9 der Swissair Bei der Anerkennungspraxis von Staaten folgt die Schweiz der sogenannten Drei-Elemente-Lehre, was soviel bedeutet, dass die Anerkennung das Vorliegen eines Staatgebiets, eines Volkes und einer rechtmässigen Regierung voraussetzt.
Vor 49 Jahren, am 18. März 1968, legte der Chef des Juristischen Dienstes des Eidgenössischen Politischen Departements, Emanuel Diez, in einer vertraulichen Notiz Bericht ab von den Ergebnissen eines Gesprächs mit dem Generalsekretär der Swissair zur Lehre, die aus der letzten Landesverteidigungsübung gezogen werden sollte. Im Kriegsfall hätte die Swissair demnach beschlossen, die Langstreckenflugzeuge nach Mexiko, wo günstigere klimatische Bedingungen herrschten, oder nach Kanada, das möglicherweise politische Vorteile bot, zu verlegen. Weiterlesen →

Der Nachruf auf Wendell P. Bloyd

Fabrizio de André«Eines Tages wurde ich wegen den Frauen und dem Wein verhaftet, da es keine Gesetze gegen Gotteslästerung gab; es war nicht der Tod, der mich umbrachte, es waren zwei bigotte Wächter, die sich meiner Seele mit Schlägen ermächtigten.» Weiterlesen →

Das Buch der Gesichter

FacebookEs ist eine Organisation, die 3.53 Millionen Mitglieder in der Schweiz und mehr als 1.59 Milliarden Mitglieder in der ganzen Welt zählt; seit ihren Anfängen ist sie stark ikonographisch ausgerichtet und sie folgt ihren eigenen Regeln und Geboten. Wer austritt, der riskiert von seinen «Freunden» eine der unheilvollsten Sanktionen, jene der Verbannung und des sozialen Todes, die den Abtrünnigen von der Gemeinschaft sämtlicher Mitglieder ausschliesst und mit der ihm alle Rechte und Vorteile, die aus einer Mitgliedschaft erwachsen, entzogen werden. Weiterlesen →

Geburtstags-Arithmetik

L’aritmetica del compleannoHeute ist der 7. Januar, und würden ihr nicht bereits wichtige Persönlichkeiten – vom unglückseligen Ludwig III. von Bayern, über den heldenhaften kasachischen Kosmonauten Talghat Mussabajew, und den berühmten amerikanischen Schauspieler Nicolas Cage sowie den schrillen Gerhard Friedle alias DJ Ötzi bis hin zu unserem unbestechlichen Dick Marty – in gnadenloser Konkurrenz den Kalenderplatz streitig machen, müsste an diesem denkwürdigen Datum unbedingt an den Geburtstag meiner Mutter erinnert werden. Weiterlesen →

O Fiume o morte!

Ginevra Heute ist der 18. Dezember, und es war am 18. Dezember 1919, als in Fiume – der Hafenstadt an der Kvarner-Bucht, die nach stürmischen historischen Ereignissen heute den Namen Rijeka trägt und in Kroatien liegt – über die Frage abgestimmt wurde, ob das Angebot der italienischen Regierung für einen modus vivendi angenommen werden sollte, um die Stadt aus der Besetzung durch Gabriele D’Annunzio und seine Freischärler zu befreien: Sollte es aus Gründen von internationalen Verstrickungen nicht gelingen, die Stadt an Italien anzuschliessen, werde ihr der Status einer «Freien Stadt» verliehen, womit der Kommandant und seine «Arditi» von ihrem Schwur, Fiume bis zu ihrem Tod zu halten, entbunden wären. Weiterlesen →

Demokratie und Völkerrecht

Willy Spühler Vor etwas mehr als drei Jahren hat der Bundesrat zum ersten Mal in seiner Geschichte dem Parlament beantragt, eine Volksinitiative teilweise für ungültig zu erklären. Die Neuigkeit lag in der Teilungültigkeit: In den über 120 Jahren seit der Einführung dieses politischen Rechts wurden vier Initiativen für ganz ungültig erklärt und damit dem Volkswillen entzogen, das letzte Mal 1995. Es ist unbestritten, dass die Seltenheit des Ereignisses Ausdruck des politischen Widerwillens ist, das demokratische Initiativrecht einzuschränken. Seine eigentliche Bedeutung liegt eher im indirekten Effekt der politischen Einflussnahme auf der symbolischen und diskursiven Ebene als auf der praktischen, wenigstens gemäss der statistischen Feststellung, dass nur 11% der Volksinitiativen vom Schweizer Volk und den Kantonen angenommen wurden. Weiterlesen →

Dieses verzwickte Frauenstimmrecht

Landsgemeinde Glarus Heute ist der 4. Dezember, und am 4. Dezember 1965 schrieb der schweizerische Aussenminister Friedrich Traugott Wahlen, Vertreter der SVP im Bundesrat, einer Bäuerin namens Meier aus dem Kanton Zürich einen erstaunlichen Brief (dodis.ch/31459). Hoch entrüstet hatte sich diese an Wahlen gewendet, weil der Held der berühmten «Anbauschlacht» während des Zweiten Weltkriegs, des «Plans Wahlen», sich öffentlich für die Einführung des Frauenstimm- und wahlrechts ausgesprochen hatte. In ihrem besorgten Brief rief die Zürcher Bäuerin in Erinnerung, dass die Schweiz als ausschliesslich von Männern gelenkte Demokratie bislang immer gut funktioniert habe, und meinte, dass es auf keinen Fall richtig wäre, die Frauen dazu zu verpflichten, die Verantwortungen des Stimmrechts auf sich zu nehmen – ein Recht, dass die Frauen in ihrer Mehrheit sicher nicht wollten. Weiterlesen →

Deckname «Acqua»

Plinio Zala «Bereits in meinem Bericht vom 18. November habe ich über die Möglichkeit der Ankunft einer grösseren Anzahl SS im Veltlin informiert […] Es sind Säuberungsaktionen gegen die Partisanen im Gang. Diese Aktionen schreiten von Süd nach Nord vor […] was erklärt, wieso sich Partisanen ins Bergell geflüchtet haben». Dies schrieb
der Informant mit dem Decknamen «Acqua» genau vor 72 Jahren, am 3. Dezember 1944, ans «Bureau Bernina» des Nachrichtendienstes der Schweizer Armee. Weiterlesen →

Mobutu und die Schweiz

Mobutu auf einer Banknote von Zaïre Am 26. November 1965 kommentiert Arturo Marcionelli, Schweizer Botschafter in Léopoldville, dem heutigen Kinshasa in der Demokratischen Republik Kongo, in seinem Politischen Bericht Nr. 7 an Bundesrat Friedrich Traugott Wahlen den Staatsstreich von General Joseph-Désiré Mobutu des vergangenen Tages. Marcionelli, ein Tessiner aus Bironico, war im Februar 1963 vom Bundesrat zum Botschafter von Léopoldville ernannt worden und kannte die Situation im Kongo daher gut. Lakonisch merkte er an, dass Mobutus Putsch der einzige mögliche Ausweg aus der Inkonsequenz, den Widersprüchen und dem Chaos sei, die das politische Leben des Landes seit seiner Unabhängigkeit dominiert hatten. Weiterlesen →

Die Zensur von der Staatsräson zur privaten Räson

Winston Smith ist ein 39-jähriger grüblerischer Mann, schmächtig und gebrechlich. Er arbeitet im Ministerium für Wahrheit (oder Miniwahr in Neusprech) in einem riesengrossen Gebäude, in dessen Untergeschossen sich gigantische Verbrennungsanlagen verbergen. Seine Aufgabe ist es, die bereits veröffentlichten Zeitungsartikel zu «korrigieren» und die geschriebene Geschichte den sich ändernden Bedürfnissen der Partei anzupassen. «Wer die Vergangenheit kontrolliert», lautet der Slogan der Partei, «kontrolliert die Zukunft. Wer die Gegenwart kontrolliert, kontrolliert die Vergangenheit.» Weiterlesen →